Hallo Ihr,
durch den Tipp meiner Ärztin bin ich im “Drillingsforum” vom ABC-Club e.V. gelandet. Ich sollte doch mal beim ABC Club anrufen und mir erzählen lassen, wie schlimm es ist, Drillinge zu bekommen. Wie schwierig die Schwangerschaft ist, wie häufig es zu Frühgeburten kommt und die Kinder dann schwerstbehindert sind. Und dann erst der Alltag. Das Leben wäre dann vorbei.
Ich hab mir das alles einreden lassen von meiner Ärztin, auch von meinem Mann und nun hab ich durch eine Fehlgeburt nach einer Reduktion alle 3 Kinder verloren.
Wir haben ICSI gemacht nach 5 Jahren Kinderwunsch und haben nur 2 Eizellen zurückgegeben, weil wir Angst vor einer Drillings-Schwangerschaft hatten. Erst hieß es, Glückwunsch, sie haben eine schöne Einlings-Schwangerschaft. Nach einer Woche wurden dann die beiden anderen entdeckt. Eineiige Zwillinge. Eine Eizelle hatte sich nochmal geteilt. Nun hatten wir unsere Drillinge. Meine Ärztin sprach gleich von Reduktion und ich willigte ein. Ich konnte die Tragweite dieser Entscheidung in diesem Moment noch nicht begreifen. Ich hab es bestenfalls geahnt.Zugegeben, meine Schwangerschaft war nicht leicht.
Ich hatte mit Übelkeit, Herzrasen, Schilddrüsenüberfunktion, Blutungen usw. zu kämpfen, so daß mir die Entscheidung richtig erschien. Alle prophezeiten mir, ich würde es nicht schaffen und alle 3 Kinder in einer frühen Woche verlieren, in der sie noch nicht lebensfähig sind. Leider mußte ich bis zur 15. SSW mit der Reduktion warten, da vorher noch eine Amniozentese gemacht werden sollte, um die Gesundheit der Zwillinge abzuklären. Die sollten nämlich erhalten bleiben, lt. Ärztin. Der Prof, der die Reduktion durchführte, hielt es aber nicht für sinnvoll, noch länger zu warten, wir sollten jetzt eine Entscheidung treffen.
Also wurde einer der Eineiigen reduziert, da es angeblich laut Statistik häufiger zu Problemen bei dieser Art Schwangerschaft kommt. Leider war es dann so, dass auch der andere Zwilling es nicht überlebte. Die beiden teilten sich ja einen Kreislauf. Dem dritten Kind dagegen ging es gut. Jedenfalls noch eine Woche. Danach kam die Fehlgeburt.
Ich brauche euch wahrscheinlich nicht zu beschreiben, wie es mir im Augenblick geht. Das ganze ist jetzt 2 Monate her. Ich versinke in meinen Schuldgefühlen. Ich weiß nicht, wie ich damit klarkommen soll. Mit unseren Freunden kann ich nicht reden, die wissen nicht davon. Und nachdem ich die Berichte über Eure 3 gelese habe, geht es mir noch besch...! Ich kann mir ja nicht mal einreden, daß die Kinder vielleicht krank gewesen wären. Eine Genuntersuchung und Obduktion ergab keine Auffälligkeiten. Es waren 3 Jungs. Es ist wirklich furchtbar. Wenn ich alles noch mal rückgängig machen könnte, ich würde nur auf mein Herz hören und nicht auf irgendwelche Weißkittel. Ich weiß, ihr könnt mir wahrscheinlich auch nicht helfen. Ich wollts nur mal loswerden. Danke für’s Zuhören.
Coralie
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